Mittwoch, 30. August 2017

Rezension: Die gute Tochter von Karin Slaughter

(c) HarperCollins









Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: HarperCollins; 
Erscheinungsdatum: 03.08.117
ISBN-10: 3959671105
ISBN-13: 978-3959671101

Klappentext:

"Lauf!", fleht ihre große Schwester Samantha. Mit vorgehaltener Waffe treiben zwei maskierte Männer Charlotte und sie an den Waldrand. "Lauf weg!" Und Charlie läuft. An diesem Tag. Und danach ihr ganzes Leben. Sie ist getrieben von den Erinnerungen an jene grauenvolle Attacke in ihrer Kindheit. Die blutigen Knochen ihrer erschossenen Mutter. Die Todesangst ihrer Schwester. Das Keuchen ihres Verfolgers.
Als Töchter eines berüchtigten Anwalts waren sie stets die Verstoßenen, die Gehetzten. 28 Jahre später ist Charlie selbst erfolgreiche Anwältin. Als sie Zeugin einer weiteren brutalen Bluttat wird, holt ihre Geschichte sie ganz ungeahnt ein.


Inhalt:

Charlie ist Anwältin in einer kleineren Stadt in den USA und Ihr Vater "Rusty" ist dort berühmt berüchtigt für seine Klienten. Er vertritt die, die unschuldig im Gefängnis landen, die seiner Meinung nach eine zweite Chance verdienen, aber auch viele zwielichtige Gestalten die eventuell besser nicht frei gesprochen worden wären.

Das Buch beginnt mit einer Rückblende in die Kindheit von Charlie, ihrer Schwester Sam und deren Eltern.
Wegen der Klientel des Vaters ist die komplette Familie häufig unter "Beschuss" der Leute der Stadt, aber an diesem einen Tag wird sich das Leben komplett ändern, denn zwei Männer dringen in das Haus der Familie ein und alles nimmt einen enorm dramatischen Verlauf.

Das Leid, dass der Familie widerfährt ist sicherlich teilweise Schuld des Vaters und seines Berufes, aber kann man wirklich jemanden die Schuld für die Taten anderer Menschen geben?

Während des kompletten Buches laufen wir mit der Familie und deren erweiterten Angehörigen durch das Leben und erleben ein Drama nach dem anderen, was die Familie betrifft.
Verschiedene Situation werden auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschrieben, wodurch sich Wiederholungen ergeben, die meiner Meinung nach nicht immer nötig gewesen wären.
An anderen Stellen werden Situationen wiederholt und um ein oder zwei Aspekte ergänzt, die vorher nicht erwähnt wurden.

Der eigentliche Anschlag an der Schule, bei der ein Mädchen zwei Menschen tötet, wird über weite Strecken tatsächlich nebensächlich, denn die Ereignisse der Familie in der Vergangenheit und die im Hier und Jetzt bestimmen weite Strecken des Romans.

Erst ziemlich zum Ende hin wird klar, welche dramatischen Zusammenhänge zwischen der traumatischen Vergangenheit der beiden Kinder und der aktuellen Bluttat existieren.

Fazit:

Schreiben kann Karin Slaughter. Ihr Stil ist gewohnt flüssig und gut zu lesen. 
Das Buch ist in nur wenige Kapitel unterteilt, so dass man schon Zeit einplanen sollte, wenn man "nur" ein Kapitel lesen möchte.

Im Mittelteil hat sich das Buch für mich leider doch zäh gestaltet und war streckenweise sehr langatmig, so dass keine rechte Spannung aufkommen wollte.

Das Buch ist für mich mehr ein Familiendrama, das in die Abgründe der menschlichen Psyche blickt und aufzeigt, dass fast jeder Mensch Dinge getan hat, auf die er nicht stolz ist oder die er verschweigt und dadurch innerlich zerfressen wird. 
Das Leben in einer Kleinstadt, die Graumsamkeit von Kindern und auch Erwachsenen wird hier aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Zum Ende hin schließt sich der Kreis und die Geschichte wird lückenlos aufgelöst, aber meiner Meinung nach wären ein paar Seiten weniger hier mehr gewesen.
Anfang spannend, Ende spannend, der Mittelteil hätte Straffung vertragen können.

Auch wenn Karin Slaughter eigentlich für Thriller bekannt ist, weiß ich nicht ob ich diesem Buch wirklich als Thriller verkaufen würde.

Leider kann ich für diesen Slaughter nur 3,5 von 5 möglichen Punkten geben.

1 Kommentar:

  1. Ich habe das Buch auch vor kurzem beendet und bin ganz deiner Meinung, würde es auch eher als Familiendrama denn als Thriller verkaufen. Lediglich meine Bewertung auf unserem Blog ist ein klein wenig besser ausgefallen, 4 von 5 Punkten
    Viele Grüße, Corinna

    AntwortenLöschen

Danke für Deine Meinung!!!