Rezension: Herzvibrieren von Josie Kju












Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Books on Demand
Auflage: 1 (25. Februar 2017)
ISBN-10: 3743101394
ISBN-13: 978-3743101395



Klappentext:

Mona macht Ferien in Finnland. Sie will einfach nur ihre Ruhe haben und das Thema Männer ist für sie sowieso abgehakt. Das ändert sich, als der lustige Musiker Leevi in ihr Leben poltert, sie mitten in der Nacht aufweckt und ihre Tränen einfach wegküsst. Mit ihm zusammen zu sein lässt ihr Herz vibrieren. Doch dann geht Leevi für ein Jahr nach Australien. Die Sehnsucht ist groß. Wie werden sie die Zeit ohne einander überstehen? Und kann die Liebe wirklich ganze Kontinente überwinden?

Beurteilung:

Sommer. Ein Haus am See. Finnland. Alleine diese drei Wörter lösen schon Gedanken an Urlaub aus und lassen so manchen ins Schwärmen geraten. Wenn dazu dann noch Liebe kommt, wird es perfekt.

Mona Huber hat es gut. Sie hat Urlaub. Und verbringt diese zwei Wochen im sommerlichen Finnland.
Fernab vom Alltagsstress möchte sie zu sich finden und sich von den beschwerlichen Monaten, in denen sie ihre kürzlich verstorbenen Eltern gepflegt hatte, erholen. Auch möchte sie sich über ihre nahe Zukunft klar werden. Sie will wieder malen, die Landschaft erkunden und die Ruhe genießen. 
Aber da hat sie die Rechnung ohne ihren Nachbarn gemacht.

Energiegeladen, quierlig, lebensfroh und laut platzt er in ihr Leben. Leevi. Er ist so anders als alles was Mona kennt. Er reißt sie aus ihrer Lethargie, und weckt Gefühle, Träume und Sehnsüchte, die Mona gänzlich verwirren.
Er hört ihr zu und versteht sie, auch wenn sie gar nicht spricht. Dank ihm vergehen die zwei Wochen wie im Flug und werden zum schönsten Sommer in Mona's Leben.

Aus reinem Selbstschutz und Angst vor Verletzungen und Enttäuschungen reist Mona schließlich ab. Ohne das sie Leevi ihren Namen, ihre Telefonnummer oder gar Adresse verrät.
Ein klarer Schnitt, denn für eine gemeinsame Zukunft sieht Mona keine Chance.

1. lebt sie in Deutschland und Leevi in Finnland

2. sind ihre Lebensweisen grundverschieden. Sie hat Verpflichtungen und ist beständig, während er (aufgrund seines Berufs) ein Weltenbummler und sprunghaft ist.

3. ist sie doch viel zu alt für ihn. Er ist schließlich erst 37, und sie schon 45.

Doch auch hier hat sie wieder die Rechnung ohne Leevi gemacht. Er kann und will sie nicht vergessen und begibt sich auf die Suche nach ihr.
Tja, und so kommt es, dass er eines Tages vor ihrer Türe steht...und die Achterbahnfahrt der Gefühle bricht los. Doch schon wenige Wochen später ziehen die ersten Schatten ins Paradies. 

Leevi muss für ein Jahr nach Australien.

Wir die junge Liebe diese Prüfung bestehen? Wie werden sie sich mit dieser extremen Fernbeziehung arrangieren? Wie ihre etwaige Zukunft gestalten? 
Oder ist alles zum Scheitern verurteilt? Nur eine kleine Sommerliebe? 
Wer ist stärker? Herz oder Verstand?

Josie Kju erzählt mit Hilfe von Mona und Leevi eine herzerwärmende Geschichte über die Liebe und das Leben.
Das Leben ist zu kurz als dass man nur der Vernunft folgen und seine Träume und Gefühle auf Eis legen darf, um dann eines Tages seine ungenutzten Möglichkeiten zu bereuen.

Josie Kju zeigt, dass man Mut und ein Herz haben muss, um sich der Herausforderung zu stellen, schliesslich interessiert sich das Schicksal herzlich wenig für die Vernunft.

Ich empfand es als herlich erfrischend, dass die Figuren keine Grünschnäbel sind, sondern im Leben stehen und ihre Erfahrungen gemacht haben. Auch wenn Leevi zuweilen schon ein ziemlicher Kindskopf sein kann. 
Für mich zeigt es nur, dass es für die Liebe, Glück und Veränderungen und Neuanfänge nie zu spät ist und man nur seine Chancen mutig ergreifen muss.

Besonders gelungen fand ich Leevi's Sprache. Natürlich war es mehr als ungewöhnlih und anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig, aber gerade dieser Sprachenmix und das gebrochene Englisch oder Deutsch macht die Geschichte und ihn für mich authentischer.
Wer hat sich noch nicht in einer fremden Sprache mit Händen und Füßen unterhalten?

Neben Leevi ist seine Granny eine meiner Lieblinge geworden. Die Frau spricht frei von der Leber, hat ein riesiges Herz und einen spritzigen, spitzen Humor.
Ein Traum!

Alles in allem ein sehr unterhaltsamer rasanter Roman, der mir persönlich besonders zu Anfang etwas zu schnell ist. Mir persönlich war Monas Zeit in Finnland zu schnell vorbei und die Momente, wo die zarten Gefühle erwachen irgendwie zu kurz und ungreifbar. Irgendwie entwickeln sich die Gefühle nicht, sie scheinen einfach plötzlich da.
Auch bekam ich kein rechtes Bild von den Figuren auf die Leinwand gezaubert. Es werden zwar kurz optische Merkmale (groß, blond etc) aufgezählt...aber mehr kam auch nicht bei mir an.
Allerdings lässt dieser "Mangel" halt auch mehr Raum für eigene Träume und man kann seine Lieblinge an diese Stellen packen.

In diesem Sinne nehmt euch mehr Zeit für die Liebe und eure Träume...und lauscht öfter mal dem Geflüster der Schmetterlinge.

Von mir gibt es 4,5 von 5 Zitronenfalter.

#47/2017

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