Rezension: Hagerstown - Edward Ashton

(c) HarperCollins








Broschiert: 352 Seiten
Verlag: HarperCollins
Erscheinungsdatum:  10.04.17
ISBN-10: 3959670826
ISBN-13: 978-3959670821




Klappentext:

Ein Virus löscht eine ganze Stadt aus - doch deine Regierung erzählt dir nicht die Wahrheit …

Ein Video von nur wenigen Sekunden: Entsetzlich zugerichtete Leichen liegen auf den Straßen der Kleinstadt Hagerstown. Sobald das Video im Netz war, wurde es auch wieder gelöscht. Alle Suchanfragen laufen ins Leere, alle Wege in die Stadt sind gesperrt. Dies in einer Gesellschaft, in der alles auf Sicherheit ausgelegt ist. Wie geht man mit dem Unerklärlichen um? Und die Regierung schweigt. Die Angst vor dem Ungewissen droht zu Ausschreitungen zwischen den "Unveränderten" und den gentechnisch modifizierten Eliten zu führen. Anders Jensen und seine Freunde suchen nach Antworten auf die Frage, was wirklich in Hagerstown passiert ist …

Inhalt:

Hierbei handelt es sich nicht um einen dystopischen Endzeitthriller, auch wenn man das vom Klappentext her eventuell erwarten könnte.

Es ist ein Sci-Fi-Thriller, der in der Zukunft spielt ohne eine genaue Jahreszahl zu nennen. Die Menschen haben sich weiterentwickelt und es gibt neben genetisch veränderten Menschen, auch die, die sich mit technischen Hilfsmitteln ausstatten lassen und die Modifizierten. 
Künstliche Intelligenz, Avatare und Technik im Allgemeinen sind ein großes Thema im Buch.

Was erleben wir:
Totale Vernetzung, Überwachung durch Kameras, Bots, Dronen, intelligente Häuser, eine alles überwachende Institution namens NatSec, bei der die Veränderten das Sagen haben.

Nach dem Vorfall in Hagerstown und der Vaporisierung der kompletten Stadt wird schnell klar, das NatSec den Vorfall so schildert, wie es ihnen passt, kritische Posts und Übertragungen von Feeds, die von Überlebenden in der Stadt sprechen werden rigoros gelöscht. Auch vor Mord von renitenten Bloggern wird nicht zurück geschreckt.

Doch eine Überlebende kann dem Vernichtungsschlag entkommen: Elise... 

Damit kommen wir zu den Protagonisten:
Elise ist die Schwester von Terry, Terry ist die Freundin von Anders und dieser lebt bei Gary.
Damit haben wir auch schon die vier Hauptprotagonisten des Buches, die versuchen dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Meiner Meinung nach aber eher halbherzig...

Wir erleben die Geschichte, die sich um die oben genannten 4 Hauptprotagonisten herum aufbaut.
Erzählt wird aus der Sicht der vier Protas und immer in der Ich-Perspektive des jeweils Erzählenden.
Das ist gut gelöst, denn die Kapitel sind mit dem jeweiligen Namen überschrieben, so dass keinerlei Verwirrung aufkommt.

Leider bleiben alle Protagonisten während des kompletten Buches recht blass und emotionslos.

Man erfährt wie unterschiedlich sie sind und das sie den verschiedenen "Spezien" angehören, allerdings gelang es mir nicht zu einem Charakter eine Beziehung aufzubauen.
Der Autor hat mich nicht komplett überzeugt mit der Auflösung der Geschehnisse, das war mir persönlich eine Komponente zu viel.
Mir hätte eine Auflösung, die viel näher gelegen hätte völlig ausgereicht. Leider kann ich hier nicht näher darauf eingehen, da ich sonst spoilern würde.

Fazit:

Edward Ashton hat durch den Schreibstil leider blasse und emotionslose Charaktere geschaffen, was aber wie ich Vermute, auf Grund der starken Vernetzung und Technik beabsichtigt war. 

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Allerdings sollte man für dieses Buch schon technikaffin sein, ansonsten ist man eventuell sehr schnell am Rande des persönlich erträglichen angelangt.

Meiner Meinung nach hat der Autor am Ende zu viele Dinge versucht in dieses Buch hineinzubringen und damit mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Absicht? Das kann ich nicht beantworten.

Die Idee ist wirklich hervorragend, Umsetzung bis zu einem gewissen Punkt gut, aber dann wird mir alles zu viel, zu absurd, zu abgedreht. 
Ich sage nur soviel: Rogue Avatare und eine sehr obskure Religion, die gar keine Religion ist,  hätten nicht mehr sein müssen.

Ich weiß an dieser Stelle nicht, wie ich dieses Buch bewerten soll, daher gehe ich an dieser Stelle mal anders vor:
Idee: 5 Sterne
Stil: 4 Sterne
Protagonisten: 2 Sterne
Geschichte: Bis zu einem Punkt 4 Sterne, dann für mich runter auf 1 Punkt = 2,5 im Schnitt

Ob man diesen Thriller lesen soll oder möchte überlasse ich jedem selbst, vielleicht bin ich einfach nicht Sci-Fi verrückt genug gewesen für dieses Buch.

Kommentare

  1. Vielen Dank für die tolle Rezi! Der Klappentext hat mich eigentlich sehr angesprochen, aber deine Kritikpunkte lassen mich nun echt zögern. Meine Wunschliste höre ich schon fast erleichtert aufseufzen.
    LG Tanja

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    1. Auch das muss es geben... Der Klappentext hat quasi gerufen: Kauf mich, aber vielleicht gefällt es Dir ja ausgesprochen gut?!
      LG Ana

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