Gast-Rezension: Schmetterlinge können das von Lily Konrad


(c) Lily Konrad









Taschenbuch: 463 Seiten
Verlag: Independently published
23. April 2017
ISBN-10: 1521117640
ISBN-13: 978-1521117644



Klappentext:

"Du bist jahrelang im Verpuppungsstadium gewesen und hast es erst vor Kurzem verlassen. Nun bist du dabei zu entdecken, dass du Flügel hast." An einen ganz normalen Montagmorgen erhält Betty einen folgenschweren Anruf. Bis dahin verlief ihr Leben in geregelten Bahnen und die Verantwortung dafür trugen andere. Doch jetzt bleibt nicht nur von ihrer Ehe, sondern auch von ihrem ohnehin schwachen Selbstbewusstsein lediglich ein Scherbenhaufen übrig. Zunächst klammert Betty sich an die Hoffnung, mit ein wenig Geduld ihr früheres Leben zurückerobern zu können. Schon bald muss sie allerdings erkennen, dass kein Weg dorthin zurückführt. Durch ihre bittere Erfahrung lernt die junge Frau, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Dabei sind die ersten Schritte die schwierigsten, aber sie wird von ihrer Schwester Conny tatkräftig unterstützt. Die schlechte Nachricht für sie ist, dass es Ritter in schimmernder Rüstung nur in Heldensagen gibt - die gute, dass sie selbst genug Kraft besitzt, um ihr Leben neu zu ordnen.

Beurteilung:

Seit ich Lily Konrads erstes Buch gelesen habe, warte ich IMMER begierig auf das nächste, denn ich liebe ihren Schreibstil. Ihr subtiler Humor, ihr oftmals verschmitztes Augenzwinkern, mit dem sie ihre Protagonisten handeln lässt, entlockt mir nicht selten beim Lesen ein Grinsen. In vielen Nuancen erkenne ich mich häufig selbst, finde meine eigene Lebenseinstellung widergespiegelt, ertappe mich dabei, selbst gemachte Erfahrungen nun in Romanform vorzufinden.

Das alles macht ihre Erzählungen so echt, so lebendig, so nachvollziehbar, vermittelt auf sehr unterhaltsame Weise eine Menge Lebenserfahrung, ohne lehrmeisterlich daherzukommen.
Somit habe ich auch ihre »Schmetterlinge« geradezu verschlungen.

Das Buch ist als »Ich-Erzählung« aus der Sicht der Hauptprotagonistin Betty in der Vergangenheitsform geschrieben. Besonders schön daran fand ich, dass man zu Bettys Handlungen auch immer ihre damit einhergehenden Gedankengänge mitgeteilt bekam, die häufig vollkommen gegenläufig dazu waren.

Die Kapitel sind in »Monatsabschnitte« unterteilt, somit kann man die Entwicklung der Protagonisten in den entsprechenden Phasen sehr detailliert verfolgen.

Ab und an hatte ich das starke Bedürfnis, Betty einmal kräftig zu schütteln und sie zu fragen: »Hallo? Geht’s noch? Merkst du eigentlich gar nicht, was für einen Blödsinn du dir da selbst einredest?« Aber gerade diese emotionale Einbindung trieb mich dazu, weiter zu lesen, denn ich wollte natürlich unbedingt wissen, ob Betty lernfähig ist, und wenn ja, wann sie endlich aufwacht und aus ihren Erfahrungen die Konsequenzen zieht.

Mir gefiel die langsame, aber stetige Veränderung Bettys, die in ihrer Schwester stets eine unnachgiebige, aber getreue Wegbegleiterin an ihrer Seite hatte.
Da ich - wie gesagt - alle ihre Bücher gelesen habe, musste ich an einigen Stellen laut lachen, denn eine Idee, die sie eingearbeitet hat, fand ich einfach klasse!

Danke liebe Lily, für dieses wunderbare Lesevergnügen, das von mir eine ganz klare Leseempfehlung erhält!

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