Freitag, 7. April 2017

Rezension: Der Schauermann von Martin Barkawitz


Quelle: amazon.de












Seitenzahl der Print-Ausgabe: 136 Seiten
Verlag: BookRix (3. April 2017)
ASIN: B01A7AOCJ2


Klappentext:

Nackte Angst macht sich breit, als im Hamburger Hafen im heißen August des Jahres 1892 eine schöne junge Frau grausam ermordet wird. Beunruhigende Gerüchte machen die Runde - ist wirklich ein Vampir für ihren Tod verantwortlich?

Polizei-Offiziant Lukas Boysen glaubt nicht an einen Blutsauger als Täter. In einer Stadt, die unter einer schlimmen Cholera-Epidemie leidet, gleicht die Kriminalermittlung einem Tanz auf dem Vulkan. Als Boysen eine heiße Spur aufnimmt, wird er schon bald von seinen Vorgesetzten gestoppt. Mächtige Interessengruppen scheinen den Mörder schützen zu wollen. Der Fahnder kommt einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur.

Boysen ist ganz auf sich allein gestellt. Unterstützung bekommt er nur von der resoluten jungen Schönheit Anna Dierks, die Zeugin eines Mordversuchs geworden ist. Zwischen Hurenhäusern und Opiumhöhlen, Schiffs-Laderäumen und eleganten Bürgersalons kommt es zu einer atemberaubenden Mörderjagd durch das choleraverseuchte Hamburg.

Beurteilung:

Wenn Thrill auf Geschichte trifft - Verbrecherjagd Ende des 19. Jahrhunderts.
Erschreckenderweise kämpft Offiziant Boysen mit ähnlichen Problemen wie sie die heutige Polizei wohl auch kennt. Angefangen mit wichtigtuerischen Vorgesetzten, personelle Unterbesetzung bis hin zu lynchenden Mob.

Martin Barkawitz kredenzt uns einen spannungsgeladen Krimi, der sowohl durch sein rasantes Tempo zu unterhalten weiß, aber zeitgleich auch eine geladene Portion Geschichtsunterricht liefert. Er stattet seine Figuren mit einem zeitgemäßen Vokabular aus, das mich mehr als einmal auf Google und Wikipedia zurückgreifen ließ (Schauerleute, Kedelklopper, Udel...) und liefert uns ein Ermittler-Duo, das unterschiedlicher nicht sein könnte.

Da haben wir den eher derben Lukas Boysen, der auf seine lästerliche, direkte Art so bodenständig und ehrlich ist, dass man ihn einfach mögen muss.

Und die eher weltfremde "Bet-Schwester" Anna Dierks, die mit ihrer Frömmigkeit und merkwürdigen Weltanschauung zu Anfang einen in den Wahnsinn treibt. Doch sie ist vielschichtiger als man meinen würde und ihrer Zeit durchaus etwas voraus.

Gemeinsam begibt sich dieses eher ungleiche Paar eher widerstrebend auf die Suche nach dem Mörder und kämpfen dabei gegen die Macht des Geldes, den Mob und die Cholera-Epedemie.

Ein wirklich spannendes Buch, das ich nahezug inhaliert habe, auch wenn das Ende etwas plötzlich und undurchsichtig wirkt. Wirklich spannend und rasant. Mich persönlich erinnert Boysen ein bisschen an Dirk Matthies aus "Das Großstadtrevier", der ja auch seine ganz eigene Art hat an Ermittlungen heran zugehen und sich oft eher in Grauzonen bewegt.

Ich gebe diesem Buch 5 von 5 Sternchen.

#23/2017

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