Rezension: Alibi - Ein Fall für Poirot von Agatha Christie


(c) Atlantik











Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Atlantik
ISBN-10: 345565004X
ISBN-13: 978-3455650044



Klappentext:

Roger Ackroyds große Liebe Mrs. Ferrars soll ihren ersten Ehemann ermordet haben. Nun
ist sie selber tot, gestorben an einer Überdosis Veronal. War es Selbstmord? Ist sie erpresst worden? In der Zeitung findet Ackroyd einen letzten Hinweis auf die Umstände ihres Todes.
Doch bevor er sein Wissen teilen kann, wirder ermordet. Und sein Stiefsohn ist spurlos verschwunden.

Beurteilung:

Ich gestehe, dass ich seit jeher von den Verfilmungen von Agatha Christie mehr als fasziniert bin und sie rauf und runter gucken könnte. Daher dachte ich sei es doch auch mal an der Zeit ihre Bücher zu lesen (besonders, da ja nur ein Bruchteil verfilmt wurde).

Gesagt, getan. Meine erste Wahl fiel auf ALIBI.

Agatha Christie entführt uns in einen kleinen beschaulichen (rein fiktiven) Ort namens King's Abbot. Einen Ort, wo das Leben so friedlich und einfach ist, dass Klatsch und Tratsch das einzige Vergnügen ist, das für etwas Abwechslung und Spannung sorgt. 

Doch da geschieht es. Eines Tages verstirbt Mrs. Ferrars. War es Selbstmord oder ein natürlicher Tod? Die Einwohner wollen wissen, dass es Selbstmord war, schliesslich wisse man ja, dass sie einst ihren Gatten ermordet habe. Alles nur dubiose Vermutungen der Marke "Die Köchin von x hat vom Milchmann y gehört, dass z gesagt hat..."

Aber als tags darauf dann Mr. Ackroyd ermordert wird, ist die Aufregung groß...und der vermeintliche Mörder schnell ermittelt. Der Stiefsohn war es. Aber stimmt das?

Die Ermittlungen von Herculet Poirot zeigen schnell, dass zwar ein jeder ein vermeintliches Alibi, aber dennoch ein dunkles Geheimnis hat. Und nach und nach zerfällt das Kartenhaus in seine Einzelteile und gibt den Blick auf den wahren Täter frei.

Ein interessantes, fesselndes Lesevergnügen, das zu überraschen versteht.
Angefangen damit, dass die ganze Geschichte aus der Sicht des Dorfarztes James Shephard erzählt wird und Herculet Poirot viel mehr wie eine Nebenfigur erscheint, über die verzwickten Verwinklungen und Wendungen der Geschichte bis hin zu dem überraschenden Ende. Zum Ende wird auch klar warum sich Frau Christie gerade dieser Erzählform angenommen hat und eines sei gesagt es ist irgendwie logisch.
Ein Krimi, der ganz ohne Blutbad und Gemetzel auskommt und es versteht mit Sachverstand den Leser in seinen Bann zu ziehen. 

Herculet Poirot ist ein kleiner, narzistischer Mann, der sich als Sherlock Holmes versteht und James Shephard verdingt als dessen Gehilfe Watson.

Natürlich ist der Stil etwas ungewöhnlich und man bedarf der ein oder anderen Minute, um sich an die ziemlich langen Mono- und Dialoge zu gewöhnen, aber das ist auch zeitgleich der Reiz des Ganzen, weil es sich vom bekannten Brei abhebt und sich nicht mit unnötigen Beschreibungen aufhält.

Absolut lesenwert und nur zu empfehlen.

5 von 5 Kürbissen.

#24/2017

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