Rezension: Winterglück von Debbie Macomber


(c) RandomHouse Audio










Spieldauer: 10 Stunden und 15 Minuten
Format: Hörbuch-Download
Version: Ungekürzte Ausgabe
Verlag: Random House Audio, Deutschland
Audible.de Erscheinungsdatum: 19. Oktober 2015
ASIN: B016MUERXC


Klappentext:

Nach einem schweren Schicksalsschlag beschließt Jo Marie Rose, noch einmal neu zu beginnen um endlich ihren Frieden zu finden. Sie zieht in das beschauliche Küstenörtchen Cedar Cove und eröffnet ein gemütliches kleines Bed&Breakfast - das Rose Harbor Inn.

Bald schon kann sie ihre ersten Gäste begrüßen, die beide aus Cedar Cove stammen - Abby Kincaid und Joshua Weaver. Dass beide nicht ganz freiwillig in ihre Heimatstadt zurückkehrten, merkt Jo Marie sehr schnell. Ein turbulentes Wochenende steht ihnen bevor, doch am Ende schöpfen alle drei neue Hoffnung für die Zukunft...

Beurteilung:

In "Winterglück" erzählt uns Debbie Macomber quasi gleich 3 Geschichten in einem, die im Kern genommen zwei bis drei Berührungspunkte haben

1. sie spielen in Cedar Cove
2. sind verbunden mit dem Rose Harbor Inn
3. die Figuren haben mit dem Tod eines geliebten Menschen zu kämpfen

Da haben wir einmal Jo Marie Rose, eine Dame Ende 30, die vor einigen Monaten auf tragische Weise zur Witwe wurde und mit diesem plötzlichen Verlust ihrer Liebe zu kämpfen hat. Sie ist ein "Neuling" in Cedar Cove und versucht hier neue Wurzeln zu schlagen und Ruhe zu finden. Auf sie hat der Ort eine ganz eigene Wirkung und es scheint ganz so als habe ihr verstorbener Paul sie hierher geführt...und bei diversen Dingen seine Finger im Spiel.
Sie ist mit die zentralste Figur und wird aus der Ich-Perspektive erzählt.

Joshua Weaver und Abby Kincaid hingegen sind ehemalige Bewohner der Stadt. Sie sind vor etlichen Jahren weggezogen und haben aus ganz eigenen Gründen die Stadt gemieden und kehren nun eher widerspenstig zurück.

Joshua wurde einst (er war damals kaum 18) von seinem Stiefvater aus dem Haus geschmissen, kurz nachdem Joashua's Mutter verstorben ist...einige Jahre später verstarb auch sein Stiefbruder zu dem er eine gute Beziehung hatte. Die Beziehung zu seinem Stiefvater ist eher schlecht und von ständigen Streit gezeichnet. Als ihn nun die Nachricht erreicht, dass sein Stiefvater schwer krank ist und im Sterben liegt, kehrt er nur widerwillig nach Cedar Cove zurück. Einem Ort, den er mit schlechten Erinnerungen verbindet. Doch schon bald muss er feststellen, dass nicht alles schlecht war und sieht sich der Frage gegenüber, ob sein Hass auf seinen Stiefvater wirklich nur dessen Schuld ist.

Auch Abby kappte einst ihre Verbindung zu dem Ort ihrer Kindheit aufgrund eines tragischen Unfalls, bei dem ihre beste Freundin ums Leben kam. Sie ist der festen Überzeugung, dass man sie in dem Ort schneiden und beschuldigen würde.
War sie zum Zeitpunkt des Unfalls betrunken? Warum lebt sie und nicht Angela?
Sie lebt quasi so, als sei auch sie damals gestorben und verwehrt sich Liebe, Freundschaft, Freude...warum solle sie glücklich sein, wenn ihre Freundin dies nie erleben durfte?
Doch schnell sieht sich Abby der Frage gegenüber, ob ihre Ängste nicht gänzlich unbegründet waren.

Kurzum stellt sich die große Frage, ob die Figuren ihre Vergangenheit und Trauer bewältigen und in die Zukunft treten können.

Ein durchaus interessanter und gelungener Auftakt einer neuen Serie rund um Cedar Cove, das Rose Harbor Inn und Jo Marie Rose.

Ich gebe diesem Buch 4,5 von 5 Rosen, weil es mir zuweilen doch etwas arg langatmig und ausschweifend war. Und ich mich zuweilen mit den Namen der etlichen Randfiguren, denen man im Verlauf begegnet, recht erschlagen fühlte. Wer schon Nora Roberts für eine Königin für die Liebe zum Detail hielt, wird mit Debbie Macomber eine ganz neue Stufe erreichen und finden.

zur Stimme:

Also da brauche ich nicht viele Worte verlieren. Es ist Elena Wilms. Und diese Frau ist einfach gigantisch! Sie haucht jeder Zeile, jeder Figur und Geschichte auf ihre ganz eigene Weise Leben ein und verleiht jeder Figur eine eigene Stimme. Einfach nur toll!

#17/2017

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