Samstag, 12. September 2015

Rezension: "Das bisschen Hüfte, meine Güte - Die Online-Omi muss in Reha von Renate Bergmann

gelesen und rezensiert von Tii


Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: rororo (31. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499270447
ISBN-13: 978-3499270444


Klappentext:

Hinfallen, Aufstehen, Körnchen trinken
Renates Rollator rollt und rollt, aber nicht vollkommen rund: 82 Jahre, 4 Ehemänner und 3000 Flaschen Korn haben Spuren hinterlassen, jemand muss an die Hüfte ran – und Renate deshalb ins Krankenhaus. Und weil so ein Mensch ja kein Koyota ist, dem man einfach ein neues Ersatzteil einbaut, geht Renate im Anschluss an die Ohpee dahin, wo es wehtut, zu den Bandscheiben und Raucherecken, zu den Kurschatten und höhenverstellbaren Betten: In die Reha, die sie kurzerhand zur Kur erklärt und rockt. Nach sechs Wochen Wandlitz ist sie um viele Geschichten, einen pinkfarbenen Jockeyanzug, ein paar Schuhe mit Spannweite H, eine ganz besondere Halskette und eine Erkenntnis reicher:
«Frau Köster hat neulich gesagt 'Hauptsache, oben klar und unten dicht.'»
Da hat se recht.

Beurteilung:

Ich muss gestehen, dass ich auf Renate Bergmann eher zufällig gestoßen bin, und das auch eher nur auf Twitter. Mein Arbeitskollege hatte sie mir eines Tages empfohlen. "Sie müssen Renate Bergmann auf Twitter einfach lesen!" Gesagt. Getan. Und was soll ich sagen, die dortigen Beiträge sind schlichtweg bombastisch! Wie es der Zufall wollte, war zu der Zeit als ich anfing Renate Bergmann auf Twitter zu folgen dort auch Werbung für ihr neuestes Werk...okay besagte Werbung war dann wohl doch ein Gewinnspiel wie ich später gesehen habe. Tja und so kam es, dass ich plötzlich dieses Schätzchen in meinen Händen hielt und in den Genuss von Renate Bergmanns Erzählungen kam. 

Wie der Klappentext unschwer vermuten lässt, dürfen wir Renate auf Reha begleiten. Doch damit nicht genug. Nein. Sie erzählt uns auf ihre ganze eigene Art wie es zu dem Reha-Aufenthalt kommt. Mit diversen Abschweifungen - ganz so wie man sie von Gesprächen mit älteren Leuten (schließlich ist Renate ja schon 82) kennt. Da gibt es dann kleine Anekdoten aus Renates Jugend, der nahen Vergangenheit wie sie beispielsweise mit Kurt und Ilse zu einer Geschäftseröffnung nach Hannover fuhr, Beschreibungen der Schrullen und Eigenheiten diverser Freunde, Bekannte und Figuren. 

Kurzum man wird mit diesem Buch nahtlos in eine Unterhaltung mit seiner Ur-Oma oder ähnlichen teleportiert.

Meine persönlichen Highlights sind die Szenen mit "Schwiegertochter gesucht", der Brief an die Nachbarn und die Erläuterung zur Hausordnung, die Grabpflege der verstorbenen Gatten und die Sache mit der "Mehlschwitze". Was daran so besonders ist, das müsst Ihr selbst herausfinden. Aber lasst Euch gesagt sein, es ist ein sehr unterhaltsames Buch.

Kleine Anmerkung am Rande. Renate Bergmann ist nicht real. Sie ist die fiktive Figur von Torsten Rhode, der mit Renate die ein oder andere Schrulligkeit seiner älteren Verwandten aufleben lässt. Doch Herr Rhode macht das so realistisch und authentisch, dass man einfach Renate lieben muss. Wer kennt es denn z. B. nicht von der älteren Verwandtschaft u. a., dass sie immerzu die heutigen Preise immerzu in D-Mark umrechnen? Bettwäsche, Nachthemden, Unterwäsche usw. bügeln und stärken? Oder die ältere Dame von nebenan besser über den eigenen Haushalt Bescheid weiß als man selbst? Na? Seht Ihr. Jeder von uns hat Zuhause irgendwo seine Renate Bergmann.

Von daher gebe ich diesem Buch 4,5 von 5 Kaffeetassen und freue mich schon auf weitere Geschichten :)


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