Rezension: "Die Blutlinie" von Cody McFadyen

gelesen und rezensiert von Tii
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe; (15. April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404158539
ISBN-13: 978-3404158539
Originaltitel: Shadow man

Klappentext:

Nach dem Mord an einer Freundin folgt FBI-Agentin Smoky Barrett der Fährte des Killers. Doch die Spuren, die der eiskalte Serienmörder hinterlässt, sind so blutig, dass ihr ganzes Können gefragt ist. Die Zeit arbeitet gegen sie, und mit jedem neuen Verbrechen gelangt Smoky zu einer erschreckenden Erkenntnis: Der Mörder möchte sich einen Traum erfüllen - ein Traum, der für viele zum Albtraum werden könnte ...

Beurteilung:

"Als unsere Herzen fliegen lernten" ist ein Buch, das man nur mit einem ausreichenden Vorrat an Taschentüchern lesen sollte. Ferner sollte man es nur lesen, wenn es nicht weiter schlimm ist, wenn man vom Umfeld nichts mehr mit bekommt.

Ich gestehe, ich bin eigentlich nicht so der Fan von Büchern, wo gefühlt 30 Liter Blut auf 10 Seiten fließen. Ich mag es spannend, aber halt nicht zu blutig. Natürlich ist DIE BLUTLINIE nun kein Kuschelbuch, nein es schockiert schon durch seine doch recht detailreichen Gewaltszenen und blutdurstigen Beschreibungen, so dass ich doch um eins oder andere Mal etwas erschrocken war. Doch zeitgleich hat Cody McFadyen ein Talent an sich, den Leser zu fesseln, dass man sich gar nicht schockieren lässt, sondern von der gleichen Jagdlust....dem gleichen Blutdurst gepackt wird wie Agent Smoky Barrett und ihr Team und den Mörder erwischen und verschlingen will.

Man durchlebt zusammen mit Smoky das Trauma rund um den gewaltsamen Tod ihrer Lieben - Matt, ihr Ehemann und Alexa, ihre Tochter. Man leidet mit ihr und entwickelt einen maßlosen Hass auf den Täter und seines gleichen. Diese Solidarität (ich nenne sie jetzt mal so) wird dadurch verstärkt, dass die Handlung in der Ich-Person aus der Sicht von Smoky erzählt wird und man somit einen ungehinderten Blick in ihre Gedanken und Gefühlswelt hat. 

Doch lebt die Geschichte nicht nur von diesem Trauma und deren Bewältigung. Nein. Man erhält einen Einblick in Smokys Vergangenheit, ihren beruflichen "Alltag", ihre besondere Gabe und was sie und ihr Team so besonders macht. Ein unbesiegbares, geniales Team, das leider schmerzlich feststellen muss, dass es gar nicht so unbesiegbar ist. Jack Junior (der neue Serienmörder), der Smoky und ihr Team nahezu persönlich herausfordert, beweist unter ausgesprochen grausame Art und Weise wie verletzlich Smoky und die anderen in Wahrheit sind. 

Immer wieder kleine Rückblenden (Schulzeit liefern mehr und mehr Tiefe und Hintergrund, so dass die Figuren Dimensionen haben.

Besonders fasziniert hat mich "der schwarze Zug" von Smoky und James und wie sie die Morde rekonstruieren und einen quasi miterleben lassen wie es passiert ist.

Kurzum ein Buch, das sehr viel Spannung, Nervenkitzel und auch die ein oder andere gruselige Szene verspricht und mich ungeahnten Entwicklungen aufwartet.

Ich gebe hier 5 von 5 Sternen und bin schon gespannt auf die anderen Teile dieser Smoky-Reihe.

Tipp für alle, die ein sehr detailliertes Kopfkino haben, lest das Buch nicht vorm Schlafen :)



Pressestimmen:

NEW YORK TIMES
"Wenn Ihnen dieses Buch keine Angst macht, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen."


BILD AM SONNTAG
"Die Sere um Smoky Barrett dürfte eine ganz große Zukunft haben. Entkommen unmöglich."

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